Die Auslandssendungen des Tschechischen Rundfunks 
1-12-2020, 12:38 UTC
Ostern in Tschechien
 

12. März - St. Gregorstag

"Am St.Gregorstag treiben Eisschollen ins Meer und Schwalben vom Meer her."

Der Tag des Hl.Gregors I. galt seit eh und jeh als eine Art Generalprobe für das nahende Osterfest. Vor allem für diejenigen, die nach einem alten Brauch - wie einst Lehrer und ihre Schüler - von Haus zu Haus gehen und Osterlieder singen.
Bei der, wie es auf Tschechisch heißt, "koleda" hat man sich in den alten Zeiten etwas zum Essen oder auch Kleingeld für "Lehrer und Tinte" ersungen.

Da der St. Gregorstag mehr oder weniger mit dem Frühlingsbeginn zusammenfällt, wenn man auf dem Lande für die Feldarbeiten zu rüsten begann, pflegte man zu sagen: "Ein Faulpelz ist der Bauer, der am Georgstag sein Feld nicht pflügt."

Der Beginn der Feldarbeiten wurde in einigen Regionen Tschechiens von Feierlichkeiten begleitet, die an den Fasching erinnerten. Ihre Beschreibung stammt aus der Zeit um die Mitte des 19.Jahrhunderts:

"Daraus geht hervor, dass junge Dorfbewohner an einem Ort zusammenkommen und einer von ihnen von Kopf bis Fuß mit Stroh bedeckt wird und eine Strohmütze aufgesetzt bekommt. Auf dem Gesicht hatte der Ausgewählte eine Maske oder es wurde schwarz angemalt, um ihn unkenntlich zu machen. Anschließend ziehen alle singend und jubelnd von Haus zu Haus, wo Hausfrauen mit dem Strohmann oder auch anderen Umzugsteilnehmern eine Weile singen und tanzen."



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