Die Auslandssendungen des Tschechischen Rundfunks 
17-11-2018, 13:04 UTC
[23.08.2010 18:11 UTC] Více autorů

Premier Nečas: Änderung zum Arbeitsgesetzbuch könnte auch später als im Januar 2011 in Kraft treten

Der tschechische Premier Petr Nečas hat eingeräumt, dass die Novelle zum Arbeitsgesetzbuch, die seine Regierung derzeit in Arbeit hat, erst später in Kraft treten könnte als geplant. Ursprünglich wollten Nečas und seine Kabinettskollegen die Gesetzesänderungen schon zum 1. Januar 2011 durchdrücken. Diesen Kompromissvorschlag eröffnete Nečas gegenüber Gewerkschaftschef Jaroslav Zavadil, mit dem er am Montag in Prag erste Gespräche geführt hat. Die geplanten Änderungen im Arbeitsgesetzbuch waren zuvor vom Gewerkschaftsdachverband ČMKOS scharf kritisiert worden. Gegen dieses und weitere Vorhaben der Mitte-Rechts-Regierung, wie die geplanten Kürzungen im Staatshaushalt und bei den Löhnen der Staatsbediensteten, haben die Gewerkschaften zudem landesweite Proteste angekündigt. Laut den Gewerkschaften würden bei Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst viele Staatsbedienstete, vor allem aber die hoch qualifizierten in den privaten Sektor wechseln. Bei den Änderungen im Arbeitsgesetzbuch wenden sich die Gewerkschaften vor allem dagegen, dass eine Beschäftigung mittels befristeter Arbeitsverträge ausgebaut werden soll und die Arbeitszeiten gelockert werden sollen.

Neue Unwetter sorgten für Baum- und Wasserschäden in Ostböhmen

Heftige Gewitter mit starken Regengüssen haben am Montagnachmittag in den ostböhmischen Bezirken Trutnov / Trautenau und Náchod zu örtlichen Baum- und Wasserschäden geführt. In beiden Bezirken musste die Feuerwehr mehrfach ausrücken, um geknickte Bäume und Äste von Verkehrswegen zu entfernen und um überspülte Keller auszupumpen. In Teplice nad Metují hat ein umgestürzter Baum zudem das Kabel der elektrischen Streckenführung der Bahn zerstört.

Am Montag gab ferner der Verband der tschechischen Versicherungen (ČAP) bekannt, dass die Schäden, die die starken Gewitter mit Graupenhagel am vorletzten Wochenende in Tschechien verursacht haben, die Summe von umgerechnet 70 Millionen Euro übersteigen werden. Damit hätten diese Unwetter einen noch größeren Schaden angerichtet als die Überschwemmungen, die unlängst in Nordmähren aufgetreten sind.

TIC will Ex-MPO-Direktor Elfmark wegen untransparenter EU-Geld-Vergabe anzeigen

Die unabhängige Organisation Transparency International (TIC) will eine Strafanzeige gegen den abberufenen Direktor der Abteilung Strukturfonds beim tschechischen Ministerium für Industrie und Handel (MPO), Miroslav Elfmark, stellen. Wie Transparency International am Montag gegenüber Medien verlauten ließ, deute vieles darauf hin, dass Elfmark in seiner ehemaligen Funktion korrupt gewesen sei. Man habe Informationen darüber, dass die Richtlinien zur Verwendung von Geldern der Europäischen Union gerade im Wirtschaftsministerium mehrfach verletzt worden seien. In seiner Funktion als Direktor der Abteilung Strukturfonds beim Ministerium für Industrie und Handel ist Elfmark erst letzte Woche vom neuen Wirtschaftsminister Martin Kocourek abgesetzt worden. Laut Transparency International sei Elfmark für das untransparente System der Projektvergabe hauptverantwortlich.

Berühmter Physiker Jiří Niederle im Alter von 71 Jahren verstorben

Im Alter von 71 Jahren ist am Sonntag der weltweit anerkannte Physiker Jiří Niederle verstorben. Der Professor des Physikalischen Instituts der Akademie der Wissenschaften in Prag hat das Ansehen der Tschechischen Republik auf dem Gebiet der Wissenschaften immer wieder aufpoliert. Mehrfach war es ihm gelungen, sein Institut in internationale Forschungsprojekte einzubinden. Nicht selten waren es Projekte, die für die Belange der Unesco oder der Nato entwickelt wurden. Der renommierte Wissenschaftler widmete sich ganz speziell der Elementarteilchen-Physik, in der Akademie hat er sich besonders um die internationalen Beziehungen verdient gemacht. Niederle entwickelte zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Forschern aus Belgien, Israel, Japan, Südafrika und Taiwan.

Tschechische Bahnen modernisieren EuroCity- und InterCity-Waggons

Die Tschechischen Bahnen (ČD) lassen 58 Waggons für ihre EuroCity- und InterCity-Züge modernisieren. Die Modernisierung soll umgerechnet rund 87 Millionen Euro kosten und von einer slowakischen Firma durchgeführt werden. Das gab ein Sprecher der Bahnen am Montag bekannt. Ein neues Outfit sollen sowohl Abteil- als auch Großraumwagen der ersten und zweiten Klasse erhalten – und zwar Waggons, die auf den Strecken von Prag nach Wien, Bratislava, Žilina, Břeclav / Lundeburg und Brno / Brünn verkehren.

Die Modernisierung soll in den nächsten Tagen beginnen, die ersten ausgebesserten Waggons sollen Anfang kommenden Jahres auf Reise gehen können, hieß es. Abgeschlossen werden sollen die Modernisierungsarbeiten bis Ende 2011. Verbessert werden unter anderem Klimatisierung, Toiletten und Informationsanzeigen. Zudem werden die Wagen der zweiten Klasse mit Steckdosen zum Anschluss kleinerer elektronischer Geräte wie Computer ausgestattet.

Zoll deckt Markenfälscher-Manufaktur bei Brünn auf

Der tschechische Zoll hat in einer Privatwohnung in der Nähe von Brno / Brünn eine Markenfälscher-Manufaktur aufgedeckt. An zehn Nähmaschinen, zwei Maschinen zum Auftragen von Farbe und einer Beflockungsmaschine wurden an dem Tatort vor allem Textilien bekannter Sportartikel-Marken gefälscht, wie eine Sprecherin des Zolls mitteilte. Der Zoll entdeckte in der Wohnung zudem rund 1800 gefälschte Markenartikel im Wert von umgerechnet knapp 50.000 Euro.

Der Zoll war den Markenfälschern bereits am Donnerstag vergangener Woche auf die Spur gekommen: Eine Streife hatte vor dem Haus mit der Privatwohnung einen Lkw eines vietnamesischen Fahrers gestoppt, der rund 500 gefälschte Markenartikel transportierte.

Zwei Weinfirmen müssen wegen Betrugsverdacht Weine vom Markt nehmen

Die tschechischen Weinfirmen České vinařské závody und Vinium Velké Pavlovice müssen mehrere Sorten ihres Weines vom Markt nehmen. Diese Maßnahme geschieht auf Anordnung der staatlichen Kontrollbehörde für landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel (SZPI). Bei jüngsten Kontrollen kam die Behörde dahinter, dass die beiden genannten Firmen die Herkunft von mehr als 1000 Tonnen Weintrauben nicht zweifelsfrei nachweisen konnten, die sie für die Herstellung ihrer Weine verwendet hatten. Nach Aussage einer Behördensprecherin sind von dem Verkaufsverbot die Weinsorten Ryzlink vlašský, Rulandské bílé, Müller Thurgau, Tramím červený, Muškát Moravský und Modry Portugal betroffen. Es läge der Verdacht nahe, dass beide Firmen zur Produktion dieser Weine minderwertige Weintrauben verwendet haben. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werde gegen beide Firmen ein entsprechendes Strafverfahren eröffnet, hieß es.

Kanu-WM: Tschechien gewann lediglich einmal Bronze im K4 der Herren

Bei der Weltmeisterschaft der Rennkanuten im polnischen Poznan / Posen, die am Sonntag zu Ende ging, konnte Tschechien nur eine einzige Medaille erringen. Es war eine bronzene, die der Kajak-Vierer der Männer auf der 1000-m-Strecke gewann. In diesem Rennen musste sich das tschechische Quartett nur den Booten aus Frankreich und Weißrussland beugen. In der Medaillenwertung belegte Tschechien gemeinsam mit fünf weiteren Nationen nur den 20. Platz.

Schwimmerin Štěrbová hat Durchschwimmen des Ärmelkanals verschoben

Die 16-jährige Schwimmerin Lenka Štěrbová hat das Vorhaben verschoben, die jüngste tschechische Bezwingerin des Ärmelkanals zu werden. Wegen schlechten Wetters hat sie ihren ersten Versuch am Wochenende erst gar nicht begonnen und ist unvermittelt von Dover aus wieder nach Hause gereist. Der jüngste Tscheche, der den Ärmelkanal zwischen England und Frankreich bisher durchschwommen hat, bleibt damit Filip Pytel. Bei seiner erfolgreichen Schwimmaktion im Jahr 2007 war Pytel 18 Jahre alt.

Fußball-Gambrinus Liga: Teplice landet zweiten Saisonsieg gegen Slavia Prag

Innerhalb von einer Woche hat der FK Teplice seinen zweiten Saisonsieg in Folge in der ersten tschechischen Fußball-Liga errungen. Am Montag bezwangen die Nordböhmen vor eigenem Publikum den SK Slavia Prag mit 2:1 und schoben sich damit unmittelbar vor dem hauptstädtischen Konkurrenten auf den 6. Tabellenplatz vor. Ungefährdeter Spitzenreiter ist nach wie vor das Team von Viktoria Plzeň, das als Gast der Spitzenbegegnung des 6. Spieltages am Samstag Titelverteidiger Sparta Prag mit 1:0 besiegte. Bei den Pragern steht nach der drittem Ligapleite Trainer und Generalmanager Jozef Chovanec vor dem Rauswurf. Die weiteren Ergebnisse des 6. Spieltages: Hradec Králové – Jablonec n. N. 1:0, Liberec – Příbram 0:0, Slovácko – Ústí nad Labem 1:1, Bohemians 1905 – Budweis 2:2, Olmütz – Brünn 3:0, Mladá Boleslav – Ostrava 1:0.

Das Wetter am Dienstag: bewölkt, regnerisch, bis 26 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien vorwiegend bewölkt bis bedeckt, tagsüber immer wieder Regen oder Schauer, im östlichen Landesteil kann es sogar Gewitter geben. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 22 bis 26 Grad Celsius.