Die Auslandssendungen des Tschechischen Rundfunks 
1-11-2014, 10:47 UTC
[09.08.2010 18:09 UTC] Více autorů

Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser laufen

Die Bewohner der vom Hochwasser verwüsteten Orte in Nordböhmen haben am Sonntag mit den Aufräumarbeiten begonnen. In vielen Dörfern und Städten bietet sich ein Bild der Verwüstung. Hunderte Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer aus dem ganzen Land sind im Einsatz. In Hrádek nad Nisou / Grottau war ein Drittel der Stadt überschwemmt. Bis zu 400 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Am schwersten betroffen in der Region ist die Gemeinde Raspenava / Raspenau, wo 80 Prozent der Haushalte überschwemmt waren. Mindestens 100 Millionen Kronen (4 Millionen Euro) werden die Reparaturen in der Grenzstadt Hřensko / Herrnskretschen kosten, wo das Hochwasser vier kleinere und eine große Straßenbrücke niedergerissen hat.

Am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag stiegen durch heftige Gewitter die Pegel der Flüsse erneut, kritisch war die Lage entlang des Flusses Ploučnice. In Česká Lípa und Umgebung mussten Hunderte Menschen erneut ihre Häuser verlassen. Zahlreiche Gebäude wurden verwüstet.

Hochwasserschäden in der Region Liberec werden auf mehr als 160 Millionen Euro beziffert

Die Hochwasserschäden im Landkreis Liberec / Reichenberg werden auf mehr als 4 Milliarden Kronen (160 Millionen Euro) geschätzt. Darüber informierte der Landkreishauptmann Stanislav Eichler am Montag. Allein die Straßenreparaturen würden 1,5 Milliarden Kronen (60 Millionen Euro) kosten, sagte Eichler. Fast genauso hoch liegen Eichler zufolge die Schäden am Eigentum von Städten und Gemeinden sowie der Bürger. Das Wasserwirtschaftsamt des Elbegebiets schätzt die Hochwasserschäden seines Zuständigkeitsbereiches auf etwa eine Milliarden Kronen (40 Millionen Euro).

Regierung gewährt Kreis Liberec 1,6 Millionen Euro Soforthilfe und entsendet 1000 Soldaten

Die tschechische Regierung stellt dem Landkreis Liberec / Reichenberg 40 Millionen Kronen (1,6 Millionen Euro) Soforthilfe zur Verfügung. Dies hat das Kabinett am Montagvormittag auf seiner Sondersitzung beschlossen. Das Geld soll für Treibstoff, Trinkwasser und Reinigungsmaterial verwendet werden. Außerdem hat die Regierung zugesagt, bis zu 1000 Soldaten in die vom Hochwasser verwüstete Region zu entsenden. Der Landkreis Liberec hat seinerseits umgerechnet 200.000 Euro aus Krisenreserven locker gemacht, der Verband der Landkreise hilft mit 40.000 Euro.

Am Mittwoch will das Kabinett Nečas über weitere Hilfsmaßnahmen für die nordböhmischen Hochwasser-Regionen beraten. Dann sollen weitere 14 Millionen Euro zur Beseitigung der Hochwasserschäden bereitgestellt werden. Die Regierung erwägt, Umschichtungen im laufenden Staatshaushalt vorzunehmen.

Kabinett erwägt die Errichtung eines Sonderfonds für Hochwasser

Zur Beseitigung der Hochwasserschäden zieht die Regierung in Erwägung, einen Sonderfonds im Staatshaushalt einzurichten. Zu diesem Fonds würden die Steuerzahler beitragen, indem monatlich auf einen Teil ihrer Steuervergünstigungen bei der Einkommenssteuer verzichten würden. Die daraus erzielten Mehreinnahmen würde der Staat dann ausschließlich in Hochwasserschutzmaßnahmen und die Beseitigung der Hochwasserschäden stecken, erklärte Premier Nečas.

Landkreise verlangen Errichtung eines Sonderfonds für Naturkatastrophen

Die Landkreisverwaltungen verlangen die Errichtung eines Sonderfonds für Naturkatastrophen. Aus diesem Fonds sollte dann auch die Behebung von Hochwasserschäden finanziert werden, meint der Hauptmann des Mährisch-Schlesischen Landkreises, Jaroslav Pallas von den Sozialdemokraten. Zudem sollte der Staat zu hundert Prozent für die Hochwasserschäden aufkommen, die am Eigentum des Landkreises entstanden sind, ähnlich wie bei den Schäden am Eigentum der Gemeinden, forderte Pallas. Mit diesem Vorschlag will sich die Vereinigung der Landkreise noch im August an Premier Nečas wenden.

Hochwasser: immer noch tausende Menschen ohne Strom, Gas und Telefon

Nach den verheerenden Überschwemmungen vom Samstag sind in den Landkreisen Liberec / Reichenberg und Ústí nad Labem / Aussig immer noch tausende Menschen ohne Strom und Gas. Nach Angaben des Stromversorgers ČEZ sind rund 800 Gebäude ohne Elektrizität. Die Gasversorgung ist in rund 4000 Haushalten ausgefallen, teilte der örtliche Gasnetzbetreiber RWE Distribuce mit. Ein Sprecher des Unternehmens bezifferte die Schäden an den Rohrleitungen mit mehreren Millionen Euro. Die Reparaturarbeiten im Gasnetz werden mehrere Wochen dauern. Im Stromnetz wurden durch umgestürzte Bäume und unterspülte Masten zahlreiche Freileitungen zerstört. ČEZ hofft aber, bis Dienstag die letzten Störungen beheben zu können. 3200 Menschen sind außerdem vom Telefon-Festnetz abgeschnitten. Auch die Mobilfunknetze sind wegen der Stromausfälle örtlich gestört oder überlastet.

Hochwassergefahr in Südböhmen gebannt, Pegel sinken

In Südböhmen hat sich nach den starken Regenfällen und Gewittern vom Sonntag die Hochwassersituation entspannt. Die Pegel der Lainsitz / Lužnice und der Nežárka / Naser sinken wieder. Die Evakuierungen in der Stadt Veselí nad Lužníci konnten aufgehoben werden. Die Feuerwehr beobachtete die Lage die ganze Nacht hindurch, musste aber nicht einschreiten. In der Region gilt allerdings nach wie vor die höchste Hochwasser-Warnstufe.

Weiterhin Verkehrsbehinderungen durch Hochwasser

Durch die starken Regenfälle stehen zahlreiche Straßen und Bahnstrecken unter Wasser. Die Eisenbahn-Hauptstrecke Dresden – Prag war bei Děčín bis Sonntagmittag wegen Überflutung gesperrt. Wegen Hochwasserschäden gesperrt bleibt die Bahnstrecke Liberec / Reichenberg – Zittau.

Ein Schienenersatzverkehr ist wegen der überfluteten Straßen nur eingeschränkt möglich. Nähere Auskünfte erteilen die Tschechischen Bahnen (ČD) unter der Telefonnummer (00420) 840 112 113. Mehr zu den Straßensperren finden Sie unter: http://www.rozhlas.cz/zelenavlna

Prag organisiert Hilfe für vom Hochwasser betroffene Nordböhmen

Der Prager Magistrat und die einzelnen Prager Stadtbezirke wollen sich an der Hilfe für die vom Hochwasser betroffenen Gemeinden in Nordböhmen beteiligen. Es handelt sich dabei um finanzielle Mittel für die nordböhmischen Gemeinden und Material für die Aufräumarbeiten. Zudem planen die Prager Stadtbezirke, Erholungsaufenthalte für Kinder aus den betroffenen Regionen zu finanzieren.

Koalitionskabinett stellt im Abgeordnetenhaus die Vertrauensfrage

Das Koalitionskabinett der Bürgerdemokraten, der Partei TOP 09 und der Partei der Öffentlichen Angelegenheiten (VV) wird am Dienstag im Abgeordnetenhaus die Vertrauensfrage stellen. Die Koalitionsparteien verfügen im Unterhaus über 118 der insgesamt 200 Abgeordnetenmandate. Die Opposition, gebildet aus Sozialdemokraten und Kommunisten, wird die Regierung nicht unterstützen. Es ist bislang noch unklar, wann genau die Abstimmung während der mehrtägigen Sitzung stattfinden wird.

Klaus trifft auf der Schneekoppe mit Komorowski zusammen

Der tschechische Präsident Václav Klaus wird am Dienstag im Rahmen der traditionellen St. Lorenz-Wallfahrt auf der Schneekoppe (Sněžka) mit seinem polnischen Amtskollegen Bronislaw Komorowski zusammentreffen. Klaus und Komorowski, der seit Freitag neu im Amt ist, werden auf der Schneekoppe an einem Gottesdienst teilnehmen. Das inoffizielle Treffen wollen beide Staatsoberhäupter nutzen, um aktuelle Fragen zu erörtern. Es wird erwartet, dass beide Präsidenten auch über die Folgen des Hochwassers sprechen werden, das am Wochenende das tschechisch-polnisch-deutsche Dreiländereck schwer getroffen hat.

Präsident Klaus nimmt regelmäßig an der St. Lorenz-Wallfahrt teil. Zuvor traf er hier immer mit dem ehemaligen Bischof von Hradec Králové / Königgrätz und jetzigen Prager Erzbischof Dominik Duka zusammen. Duka wird in diesem Jahr den Gottesdienst auf der Schneekoppe zelebrieren.

Inflationsrate im Juli auf 1,9 Prozent gestiegen

Die Inflationsrate ist im Juli auf 1,9 Prozent gestiegen. Dies gab am Montag das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) bekannt. Im März dieses Jahres lag die Teuerungsrate noch bei 1,2 Prozent. Gestiegen sind nach Angaben der Statistiker vor allem die Preise für Lebensmittel, alkoholfreie Getränke und Pauschalreisen. Gesunken sind die Preise für Bekleidung und Schuhe sowie für elektrische Energie.

Arbeitslosenrate im Juli auf 8,7 Prozent gestiegen

Die Arbeitslosenrate ist im Juli auf 8,7 Prozent gestiegen und lag damit um 0,2 Prozent höher als Ende Juni. Diese Zahlen veröffentlichte am Montag das Arbeits- und Sozialministerium. Insgesamt waren im Juli rund eine halbe Million Menschen ohne Beschäftigung. Den höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichneten die Region Prag, Mladá Boleslav / Jungbunzlau und die Stadt Brünn / Brno. Gesunken ist die Zahl der Beschäftigungslosen hingegen in Jindřichův Hradec / Neuhaus, Český Krumlov / Krumau und Táchov.

Finanzminister Kalousek will Steuerermäßigungen kürzen

Finanzminister Miroslav Kalousek (TOP 09) will die Ermäßigungen für Einkommensteuerzahler senken. Dies berichtete am Montag der Internet-Nachrichtendienst Aktuálně.cz. Der Absetzbetrag für unterhaltspflichtige Kinder soll um ein Viertel auf umgerechnet rund 350 Euro pro Jahr sinken. Eie Familie mit zwei Kindern würde demnach um etwa 230 Euro mehr Steuern pro Jahr bezahlen. Finanzminister Kalousek sprach am Montag allerdings „von einem bedauerlichen Fehler in dem Papier“. Der Kinder-Absetzbetrag solle nur um nur etwa neun Euro pro Jahr sinken. Gesenkt werden soll auch der allen Einkommensteuerpflichtigen gewährte allgemeine Absetzbetrag, der statt 990 nur mehr rund 940 Euro pro Jahr betragen soll.

Tennis: Berdych auf Platz 7 der Weltrangliste, Šafářová auf Rang 26

Tomáš Berdych liegt auf Platz sieben der Tennis-Weltrangliste. Der 24-jährige Tscheche konnte sich trotz seines Ausscheidens im Viertelfinale des Turniers von Washington um einen Platz verbessern. Radek Štěpánek, der nach einer längeren gesundheitsbedingten Zwangspause in diesen Tagen wieder auf den Platz zurückkehrt, ist auf den 29. Platz abgerutscht.

Bei den Damen belegt Lucie Šafářová als beste Tschechien Platz 26. Klára Zakopalová, die es in Kopenhagen am Wochenende bis ins Finale geschafft hat, hat sich um 13 Plätze auf den 38. Rang vorgekämpft.

Fußball: vierte Runde der Gambrinus-Liga

In der höchsten Fußball-Spielklasse besiegte am Sonntagabend Sparta Prag im eigenen Stadion Baník Ostrava klar mit 4:0. Im Nordböhmen-Derby trennten sich Slovan Liberec und Baumit Jablonec mit 1:1. Der Erlös des Matches wurde den Hochwasseropfern gewidmet, auch Mannschaft und Publikum spendeten für die Aufräumarbeiten. Sigma Olmütz bezwang den Aufsteiger Ústí nad Labem zuhause klar mit 3:0, Mladá Boleslav entschied das Heimspiel gegen Příbram ebenso eindeutig mit 3:0 für sich. Am Samstag schickten die Prager Bohemians 1905 den FC Slovácko aus Uherské Hradiště mit 1:0 nach Hause. Und bereits am Freitag feierte Slavia Prag einen 2:3-Auswärtserfolg in Brünn.

In der Tabelle der Gambrinus-Liga liegen Olmütz und Slavia Prag mit je acht Punkten an der Spitze, gefolgt von Mladá Boleslav mit sieben. Schlusslichter sind Brünn mit null und Teplice mit einem Punkt.

Das Wetter am Dienstag:

Am Dienstag ist es vorwiegend heiter. In höheren Lagen im Norden des Landes bilden sich erneut Schauer. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 23 bis 27 Grad Celsius.