Die Freiheitsunion wurde im Januar 1998 von einigen ODS-Abgeordneten gegründet, die sich von der Demokratischen Bürgerpartei ODS getrennt und deren Parteifinanzierung in Zweifel gestellt hatten. Sie beschuldigten die Parteiführung, ernsthafte Fragen bezüglich der Sponsorspenden nicht untersuchen und beantworten zu wollen. Kritisiert wurde auch der Parteileitungsstil von Václav Klaus. Der Streit mündete im November 1997 in den Zerfall der Koalitionsregierung. Einige Mitglieder der neuentstandenen Freiheitsunion vertraten Ministerposten in der Interimsregierung Josef Tosovsky bis zu den vorzeitigen Parlamentswahlen im Juni 1998. Obwohl die Partei 19 Sitze im Abgeordnetenhaus gewann, erntete sie keine größere Unterstützung der früheren ODS-Wähler, die sie zum Großteil als "Verräter" sahen. Im September 1999 unterzeichneten die Freiheitsunion und drei weitere Rechtsparteien (KDU-CSL, DEU und ODA) einen Vertrag über enge Zusammenarbeit vor den nächsten Parlamentswahlen und in der nächsten Wahlperiode. Diese Gruppierung war von da an als "Viererkoalition" bekannt. Ende 2001 vereinigte sich die Freiheitsunion mit der Demokratischen Union (einer kleinen rechtsorientierten Partei, die bei den Wahlen 1998 tief unter der 5-%-Grenze blieb, die für den Eintritt ins Parlament erforderlich ist). Ende 2002 zerfiel die Viererkoalition in Folge der Streitigkeiten um die Schulden ihres kleinsten Mitglieds, der Demokratischen Bürgerallianz ODA (die ebenso wie die DEU bei den Wahlen 1998 wenig erfolgreich war). Die Freiheitsunion - Demokratische Union unterzeichnete danach einen neuen Vertrag mit der Partei der Christdemokraten (KDU-CSL) über das gemeinsame Vorgehen bei den bevorstehenden Wahlen, und zwar unter dem neuen Namen "Koalition" und mit einem neuen gemeinsamen Logo.
Hana Marvanová
Ivan Pilip (Finanzminister Januar-August 1998, vorher Schulminister)
Robert Kolar
Petr Mares
Pavel Pesek
Ratibor Majzlik
Karel Kühnl
Jan Hadrava
Jan Vana
9 Sitze (von insgesamt 200), 8,6 % aller Stimmen (fünftstärkste Partei)
Die Freiheitsunion - Demokratische Union ist eine rechtsorientierte Partei, die für Marktliberalismus steht. Sie vertritt eine traditionelle liberal-konservative Politik, setzt u.a. die Steuersenkung sowie Einführung von Studiengebühren an Hochschulen durch und betont den Umweltschutz und Rechte der Minderheiten. Ein weiteres bedeutendes Thema ihres Wahlprogramms ist der Kampf gegen die Korruption und Wirtschaftskriminalität. Sie unterstützt deutlich den EU-Beitritt der Tschechischen Republik. Sie setzt Verfassungsänderungen durch, die eine direkte Wahl des Staatspräsidenten durch das Volk an Stelle der Wahl des Staatsoberhauptes durch das Parlament durch.
Die Freiheitsunion findet eine breite Unterstützung unter den Bürgern mit höherer Ausbildung und in der jungen Generation. Sie zieht auch die durch das Verhalten großer Parteien enttäuschten Wähler an, besonders in großen Städten.
Internetseite: www.unie.cz
|