Die Auslandssendungen des Tschechischen Rundfunks 
22-7-2019, 01:57 UTC
Radio Prag Wettbewerb
 




Resultate des Wettbewerbs von Radio Prag:

An dem Wettbewerb haben insgesamt 358 Hörer und Hörerinnen von Radio Prag teilgenommen. Ihre Aufgabe bestand darin, in Form eines kurzen Textes die folgende Frage zu beantworten:

Welches Werk oder welcher Künstler der tschechischen Musik hat Sie am meisten angesprochen und warum?

Als Hauptgewinner des Wettbewerbs wurde Helmut Matt aus Deutschland ausgewählt. Auf den Sieger wartet ein einwöchiger Urlaub für zwei Personen in der Tschechischen Republik, weitere Gewinner können sich auf interessante Preise freuen.

Den einwöchigen Aufenthalt sponsert das "Hotel Adria Praha - ihr Zuhause mitten in der Goldenen Stadt" . In die Tschechische Republik gelangen Sie an Board der tschechischen Fluggesellschaft "Ceske Aerolinie - in der Luft wie Zuhause" .

Einzelheiten über den Wettbewerb finden Sie hier.


Der Hauptgewinner des Wettbewerbs:

Helmut Matt aus Deutschland


Bedøich Smetana Liebe Freunde von Radio Prag, auch in diesen Jahr mochte ich mich geme wieder an Ihrem Horerwettbewerb teilnehmen, Dazu habe ich die folgenden Zeilen verfasst:

Welches Werk eines tschechischen Musikers hat mich beeindruckt?

Welches musikalische Werk eines tschechischen Künstlers mich beeindruckt hat? Diese Frage kann ich wirklich nicht beantworten, ohne eine ganze Liste musikalischer Werke zusammen zu stellen: Da wäre das sinfonische Werk, die slawischen Tänze oder das schöne Cello-Konzert Antonin Dvoraks, Janaceks Jenufa oder seine faszinierende Glagolitische Messe gehören ebenso zu den Höhepunkten tschechischen Musikschaffens. Nun will ich aber keine ermüdende Litanei verfassen und die Leser damit langweilen, Natürlich muss ich die Frage konkreter fassen.

Also: Welches Werk eines tschechischen Komponisten hat mich am Meisten beeindruckt? Auch dieser Frage ist nicht ohne gründliches Grübeln und Abwagen beizukommen, Da ich mich aber letztlich entscheiden muss, dann soll es Smetanas "Moldau" aus dem Zyklus "Mein Vaterland" sein. Ich füge hinzu, dass ich diese schwierige Entscheidung nicht fällen will, ohne mich vor dem W erk des großen Antonin Dvorak respektvoll zu vemeigen und entschuldigend festzuhalten, dass dessen rieunte Sinfonie es ebenso sehr verdient hätte, von mir zum Favoriten gekürt zu werden, wie auch das wundervoll melodische Cellokonzert oder die feurigen slawischen Tänze.

Vltava Nun regen sich bei vielen Lesern dieser Zeilen bestimmt Zweifel an meiner Emsthaftigkeit: Wie kann man, so die sicherlich nicht unberechtigte Frage, solch ein eher "kleines" und "einfaches" Werk aufden höchsten Podest des tschechischen Musik-Olymps heben, und zugleich wesentlich größer dimensionierte Werke Smetanas und anderer Komponisten einfach übergehen? Das ist wohl wahr. Dennoch, die Entscheidung ist gefallen, und so will ich auch dazu stehen: Smetanas "Moldau" war das erste musikalische Werk eines tschechischen Komponisten überhaupt, das ich jemals gehört habe. Ich erinnere mich noch heute sehr gut, wie ich in rechtjungen Jahren völlig gebannt, ja geradezu aufgelöst den zauberhaften Melodien gelauscht habe - vermutlich jedoch noch, ohne die ganze Dimension des Werkes zu begreifen, trotzdem aber gerührt und voller Ehrfurcht vor dem tiefen Eindruck musikalischer Schönheit. Nur Mozarts Zauberflöte, Beethovens Neunte Sinfonie und Wagners Parsifal hatten eine vergleichbare Wirkung auf mich, das letztgenannte Werk erst viele Jahre später. Ich denke, es kommt auch nicht von Ungefähr, dass es weltweit nur wenige musikalische Werke gibt, die es zu einem so hohen Bekanntheitsgrad und zu solcher Beliebtheit gebracht haben, wie dieses geniale Werk Smetanas.

Noch heute, drei Jahrzehnte nach dieser außerordentlichen Begegnung, liebe ich dieses überaus melodische, liebevoll volkstümliche Werk sehr. Sicherlich gibt es nur wenige Menschen, denen die "Moldau" nicht bekannt ist. Das Werk hat es aber dennoch verdient, im Rahmen dieser kleinen Erörterung etwas detaillierter vorgestellt zu werden: Das höchst programmatische Werk beschreibt in feinen, sensiblen, sanft in einander übergehenden musikalischen Bildern den Verlauf der Moldau, des Flusses der bohmischen Heimat des Komponisten. Ausgehend von sanftem Rieseln der Quelle nimmt der Fluss seinem Lauf, begleitet von Streichern und Holzbläsern, die Bewegungen der rauschenden Wellen nachempfindend. Immer mächtiger schwillt das Moldau - Thema an, bis jubelnde Geigen und Holzbläser den großen Fluß in das herrliche böhmische Land begleiten. Auf seinem Weg in das schöne Prag begegnet die Moldau vielen Szenen und Ereignissen, die sich in wundervollen pastoralen Melodien wiederspiegeln. Man hört Hörnerklänge einer Jagd oder das fröhliche Treiben auf einer Bauernhochzeit. Besonders bezaubernd ist die musikalische Beschreibung einer stemenklaren Nacht als Kulisse zu den Märchenklängen tauchender Nymphen. Nach teils dramatischem Verlauf über wilde Stromschnellen erreicht der Fluss schließlich den Ort seiner Bestimmung - die Stadt Prag. Einzigartig erklingt die Moldaumelodie in leuchtendem Dur beim Erreichen der "goldenen Stadt" und der Burg, an der die Moldau als ruhiger, breiter und stolzer Fluss vorüberfließt.

Dass das Visehrad - Thema aus dem gleichnamigen Tongedicht des selben Zyklus auftaucht, verstärkt das tiefe Gefühl tschechischen Nationalstolzes, von dem das Werk geprägt ist.

Die Moldau ist Ausdruck einer musikalischen Bewegung, die man auch als "Nationalmusik" bezeichnet. Sie verkörpert das erwachende Nationalbewusstsein des tschechischen Volkes nach jahrhundertelanger Fremdbestimmung durch die Habsburger. Mich fasziniert die schöne Melodik und Volkstümlichkeit des Werkes. Wie auch die anderen Stücke des Zyklus "Mein Vaterland" zeugt die "Moldau" vom Stolz und der tiefen Verbundenheit des Künstlers mit seiner böhmischen Heimat. Am deutlichsten kommt man das bei der strahlend festlichen Ankunft der Moldau in Prag zum Erklingen.

Smetanas "Moldau" ist für mich der Inbegriff böhmischer Musik und zugleich musikalischer Ausdruck tschechischer Genialität. Nun ist es Ihnen, liebe Leser dieser Zeilen, bestimmt deutlich geworden, warum ich mich trotz anfnglichen Zögerns und Unsicherheit genau für dieses Werk entschieden habe, ja entscheiden musste.

Helmut Matt
Deutschland




Teilnehmer, die in die Endauswahl des Wettbewerbs gelangt sind:

Helmut Zahradník, Deutschland

Wolfgang Bruch, Deutschland
Georg Stawski, Deutschland
Hermann Heyne-Pietschmann, Deutschland
Schnell Barbara, Deutschland
Fritz Andorf, Deutschland
Ulrich Wicke, Deutschland
Hans-Peter Fuchs, Deutschland
Jörn Mucha, Deutschland








Hotel Adria


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