Die Demokratische Bürgerpartei (ODS) entstand im Februar 1991 nach dem Zerfall des Bürgerforums, das die führende Kraft der samtenen Revolution war. Im April desselben Jahres fand der konstituierende Parteitag statt, auf dem der damalige Finanzminister Václav Klaus zum Parteivorsitzenden gewählt wurde, der bis heute an der Spitze der Partei steht. 1995 schluckte die ODS die kleine Christlich-Demokratische Partei. Nach den Parlamentswahlen im Jahre 1992 wurde die ODS zur stärksten Partei der Regierungskoalition der rechten Mitte, und Vaclav Klaus wurde Premierminister. Nach den Wahlen im Juni 1996 stand die ODS an der Spitze einer instabilen rechtsorientierten Regierung mit denselben Partnern, aber mit einer knappen Stimmenminderheit im Abgeordnetenhaus. 1997 bracht innerhalb der ODS ein Streit bezüglich der Parteifinanzierung aus, der schließlich zum Zerfall der Regierungskoalition führte. Einige führende Vertreter der ODS gründeten ihre eigene Partei - die Freiheitsunion. Seit den Wahlen im Juni 1998 toleriert die ODS, die in den Wahlen die zweitgrößten Anteil der Stimmen bekommen hatte, aufgrund des sogenannten Oppositionsvertrags die sozialdemokratische Minderheitsregierung.
Václav Klaus (Premierminister 1992 - Januar 1998, Finanzminister von Dezember 1989 - Juni 1992)
Miroslav Benes
Ivan Langer
Petr Necas
Jan Zahradil
Vlastimil Tlusty
Mirek Topolanek
63 Sitze (von 200), 27,74% der Stimmen. Die ODS lag bei den Wahlen an zweiter Stelle, ca. 3,55% hinter der ÈSSD.
Die Persönlichkeit von Václav Klaus war während der elfjährigen Existenz der Partei dominierend. Klaus ist einer der charismatischsten Politiker der Tschechischen Republik - er wird gleichermaßen bewundert wie gehasst. Als Ökonom setzt er das "laissez-faire"-Prinzip konsequent durch. Seine Ansichten stehen in vielerlei Hinsicht der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher nahe, die Václav Klaus oft als sein Vorbild nennt. Die ODS trägt einen großen Teil der Verantwortung für die Wirtschaftsreformen der ersten Hälfte der 90er Jahre und war einer der Initiatoren der sogenannten Couponprivatisierung, durch die die Mehrheit der Bevölkerung zu Aktionären ehemaliger staatlicher Betriebe geworden ist. Die ODS befürwortet eine Politik möglichst kleiner Eingriffe des Staates und niedriger Steuern sowie eine Reduzierung des staatlichen Bürokratieapparats. In ihrer diesjährigen Wahlkampagne schlägt die ODS vor, eine einheitliche Einkommenssteuer in Höhe von 15% einzuführen. Führende Parteivertreter sind für den EU-Beitritt der Tschechischen Republik, sie kritisieren aber die sich vertiefende Integration. Dieser "Euroskeptizismus" spiegelt sich auch in den Meinungen zum Thema Verteidigung wider, wo die ODS die transatlantische Zusammenarbeit bevorzugt.
Die ODS wird von Wählern aus den Reihen der mittleren und reicheren Schicht stark unterstützt, eine große Unterstützung findet sie allgemein in großen Städten wie Prag, Brno/Brünn und unter jungen Menschen. Einer besonderen Beliebtheit erfreut sich die Partei bei Frauen.
Internetseite: www.ods.cz
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