Die Auslandssendungen des Tschechischen Rundfunks 
14-11-2019, 06:26 UTC
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Am 15. März 1939, sechs Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, wurde Prag von deutschen Truppen besetzt. Etwa sechs Jahre später, am 8. Mai 1945, war Prag die letzte europäische Metropole, die von der Herrschaft der Okkupanten befreit wurde. In der Zeit dazwischen, im so genannten Protektorat Böhmen und Mähren, regierte zwar ein aus tschechischen Ministern gebildetes Kabinett, dieses galt jedoch als Marionettenregierung der Besatzungsmacht.
Die 60. Wiederkehr des Jahrestages des Kriegsendes erweckt bei den Tschechen gemischte Gefühle. Einerseits sind die Erinnerungen an die Beendigung der sechs Jahre währenden Besatzungszeit ein Grund zur Freude, gleichzeitig aber rufen sie schmerzliche Emotionen hervor. Unvergessen sind auch die tragischen Kriegsereignisse - die Ermordung von über 70 000 tschechischen Juden, Massenhinrichtungen bzw. -folterungen, die totale Vernichtung der Gemeinden Lidice und Lezaky.
Der Krieg hat hierzulande für lange Zeit tiefe Spuren hinterlassen. Drei Jahre nach seinem Ende kam in der Tschechoslowakei eine neue totalitäre Macht ans Ruder - die Kommunisten, die das Land über 40 Jahre lang steuerten. Angesichts dieser Tatsache kann man in gewissem Sinne behaupten, dass der Zweite Weltkrieg erst 1989, also mit dem Fall des Eisernen Vorhangs, zu Ende ging.
Wie ist es in Bezug auf den Krieg um die Erinnerungskultur in Tschechien bestellt? Wie wird das Vermächtnis des Zweiten Weltkriegs in der heutigen Tschechischen Republik wahrgenommen? Gibt es diesbezüglich noch Tabus? Radio Prag sucht nach Antworten.
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In diesem Jahr, in dem wir uns in ganz Mitteleuropa aus verschiedensten regionalen Anlässen heraus an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 60 Jahren erinnern, da werden auch immer wieder solche Fragen gestellt: Wie war das eigentlich 1945? Welche Auswirkungen hatte der Krieg auf das Zusammenleben in der damaligen Tschechoslowakei bzw. während der Kriegsjahre im damaligen Protektorat Böhmen und Mähren? Letztere Frage veranschaulicht bereits, dass es nach der Okkupation des böhmisch-mährischen Teils der damaligen Tschechoslowakei durch Hitler-Deutschland im März 1939 hierzulande zu politischen und gesellschaftlichen Veränderungen gekommen ist. Daher sind wir einmal der Frage nachgegangen: Wie haben sich diese gravierenden Veränderungen seinerzeit auf den Sport und hierbei insbesondere auf den Fußballsport ausgewirkt?
Während der deutschen Okkupation von Böhmen und Mähren wurden mehr als 77.000 Juden aus diesen Gebieten ermordet. Die Namen der bekannten Opfer und ihre Geburtsdaten sind an den Wänden der Pinkas-Synagoge in Prag verewigt. In Böhmen und Mähren überlebte lediglich ein Prozent der jüdischen Bevölkerung den Holocaust. Ebenso wurden mindestens 6.000 tschechische Roma ermordet, das sind etwa 90 Prozent aller Roma auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik.
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