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Die Kroninsignien
Die böhmischen Kroninsignien sind nach der Prager Burg das bedeutendste
Nationalsymbol der Tschechischen Republik. Sie dürfen nur auf der Prager
Burg gezeigt werden. Aufbewahrt werden die Kronjuwelen in einem
Panzerschrank in der so genannten Kronkammer der Sankt-Veits-Kathedrale.
Tresor und Kammer sind mit sieben Schlössern versehen, die im Gewahrsam
der sieben Schlüsselherren liegen. Dies sind der Präsident der Republik,
der Regierungschef, der Prager Erzbischof, der Vorsitzende des
Abgeordnetenhauses, der Vorsitzende des Senates, der Dekan des
Metropolitankapitels bei Sankt Veit und der Oberbürgermeister der Stadt
Prag.
Bei der Krönung der böhmischen Könige fand auch ein Reliquienkreuz
Verwendung, das so genannte Krönungs-Kreuz, sowie das zeremonielle
Sankt-Wenzels-Schwert. Beide werden für gewöhnlich zusammen mit den
Kroninsignien gezeigt, sind aber Teil des Domschatzes der
Sankt-Veits-Kathedrale.
Die Krone ließ der spätere Kaiser Karl IV. für seine Krönung zum
böhmischen König im Jahre 1347 anfertigen. Die letzten Bearbeitungen
datieren auf das 14. Jahrhundert, seitdem ist die Krone nicht mehr
verändert worden. Sie ist aus Gold von hohem Reinheitsgrad (21-22 Karat)
gefertigt, wiegt 2,358 Kilogramm und misst in der Höhe 19 cm. 96
Edelsteinen und 20 Perlen schmücken die Krone. Einige der aufgesetzten
Saphire gehören zu den größten der Welt. Die Spitze der Krone bildet ein
goldenes Kreuz, das in seiner Mitte eine wertvolle römische Kamee trägt.
Der Sage nach stirbt jeder, der sich die Krone unberechtigt aufs Haupt
setzt, binnen Jahresfrist. Mit dieser Legende wird häufig das Schicksal
des Stellvertretenden Reichsprotektors von Böhmen und Mähren, Reinhard
Heydrich in Verbindung gebracht, von dem es heißt, dass er sich im
November 1941 die Krone angeblich aufgesetzt haben soll. Am 4. Juni 1942
starb Heydrich an den Folgen eines Attentates tschechischer
Widerstandskämpfer.
Das silberne Zepter und der goldene Reichsapfel, die bei der Krönung
Karls IV. verwandt wurden, werden heute in Wien aufbewahrt. Apfel und
Zepter, die heute Teil des böhmischen Kronschatzes sind, hat erst Kaiser
Ferdinand I. in den Jahren 1532-1534 anfertigen lassen.
Das Zepter misst 67 cm und ist 1013 Gramm schwer. Es ist geschmückt mit
vier Saphiren, fünf Spinellen und 62 Perlen.
Der Apfel wiegt 780 Gramm und ist 22 cm hoch. Beide Halbkugeln des Apfels
sind von akribisch ziselierten Reliefs bedeckt, die Szenen aus dem Leben
Adams und des Königs David zeigen. Auf dem Reif unter dem Kreuz befindet
sich die Aufschrift „DOMINE IN VIRTUTE TUA LETABITUR REX ET SUPER
SALUTARE TUAN EXULTABIT“ („Herr, durch deiner Macht erfreut sich der
König und durch deine Hilfe frohlockt er“)
Der Umhang ist aus edlem Seidengewebe, so genannter Goldlilie. Er ist
halbkreisförmig geschnitten, hat keine Ärmel und ist nach hinten zu einer
Schleppe verlängert. Der Mantel ist 3,12 m breit und vom Halsausschnitt
bis zum Ende der Schleppe 2,36 m lang. Auf der ganzen Länge ist er mit
Hermelin eingefasst. Er stammt offenbar aus dem beginn des 17.
Jahrhunderts, höchstwahrscheinlich aus der Zeit Ferdinands II., der im
Jahre 1617 zum böhmischen König gekrönt wurde.
Foto: Die Verwaltung der Prager Burg
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